Kochgruppe mit Jamie

Für die heutige Kochgruppensitzung habe ich mir was Besonderes ausgedacht. Oder eigentlich hat der Herr des Hauses die Idee zuerst ausgesprochen, aber ich hatte zumindest vorher auf „Aufnehmen“ gedrückt…

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Für die gestrige Kochgruppensitzung habe ich mir was Besonderes ausgedacht. Oder eigentlich hat der Herr des Hauses die Idee zuerst ausgesprochen, aber ich hatte zumindest vorher auf „Aufnehmen“ gedrückt. Denn Samstags läuft auf Sixx immer der Jamie, und letzten Samstag habe ich zufällig im passenden Moment reingezappt und konnte noch 2 Folgen und ein bisschen aufnehmen.

Die Idee für gestern war also: Wir gucken zuerst eine Folge „30-Minuten-Menü“, und dann kochen wir genau das nach. Das Buch steht im Regal, das ist also schonmal kein Problem. Jeder weiß, was zu tun ist und wie genau das geht. Das Endergebnis haben wir auch schonmal gesehen, also kann man gut entscheiden, ob das Klassenziel erreicht ist oder nicht. Ich musste mich also nur noch entscheiden zwischen

„Cremigem Pilzrisotto mit Spinatsalat und schnellem Zitronenkäsekuchen“
und
„Steak-Sandwich, gratinieren Pilzen und Rote-Beete-Salat mit Feta (Link zu Sixx mit Video)“.

Trommelwirbel… die Wahl ist gefallen auf… tadaaa… das Steaksandwich. Und so haben wir den Kochabend gemütlich mit einem Kaffee auf der Couch begonnen und dem Meister himself zugesehen, wie er mit lockerer Hand zwanzig Sachen auf einmal macht.

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Alles sieht so richtig entspannt aus und ist auf den Punkt fertig. Ganz in 30 Minuten habe ich es übrigens bisher noch nie geschafft, aber 40 sind durchaus machbar. Als Gruppe kann man sich natürlich ein bisschen aufteilen, allerdings muss man dafür auch wiederum mehr koordinieren und absprechen und steht sich gelegentlich mal im Weg… natürlich haben wir verpennt, auf die Uhr zu sehen, als wir angefangen haben, aber mehr als 30 Minuten haben wir nicht gebraucht.

Ein bisschen was hatte ich vorbereitet: wie im Buch empfohlen, standen alle Geräte schon draußen (Messer, Brettchen, Küchenmaschine, Pfannen…). Und als allererstes, noch vor dem Händewaschen, haben wir den Backofen auf Grill/maximale Hitze gestellt, den Wasserkocher angeschaltet und die Herdplatte angeheizt.

Ich beschreibe die Gerichte im Folgenden einzeln, also nacheinander. Im Buch wird ja alles durcheinander zubereitet: drei Handgriffe an den Kartoffeln, dann kurz das Fleisch in die Pfanne, dann den ersten Schritt für den Salat, dann eben die Kartoffeln umrühren… das komplette Rezept, so wie im Buch, findet ihr hier, allerdings auf Englisch.

Rote-Beete-Salat mit Feta
Drei vakuumierte Rote Beete auspacken, in die Küchenmaschine werfen und mit der groben Reibe in ungefähr 7 Sekunden kleinmixern. Dann kommt ordentlich Salz (O-Ton Jamie: „Rote Beete sind wir Tomaten, sie lieben Salz“) dazu, Olivenöl, 1 EL Balsamico-Essig und der Saft einer halben Zitrone. Nun noch 50g Schafskäse drüberbröckeln – fertig. Ach nein, der obligatorische Spritzer Olivenöl obendrüber… aber dann: fertig.

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Rosmarinkartoffeln aus der Pfanne
500g kleine Kartoffeln waschen, in die heiße Pfanne geben. Kochendes Wasser aus dem Wasserkocher drüber, salzen, 5-6 Knoblauchzehen inklusive Schale kurz mit der Hand andrücken und mit in die Pfanne werfen. Kochen, bis die Kartoffeln knapp gar sind, bei uns waren das so ca. 12 Minuten. Dann in ein Sieb abgießen, Pfanne sofort zurück auf den Herd. Etwas Olivenöl reingießen, dann die Kartoffeln zurückschütten. Die braten da jetzt vor sich hin und werden gelegentlich umgerührt. Währenddessen fischt man 2-3 Knoblauchzehen raus, zerdrückt sie mit einer Gabel auf einem Brett, Salz und Pfeffer dazu und zurück in die Pfanne. Kurz bevor die Kartoffeln rundum schön knusprig sind, kommt noch frischer Rosmarin mit dazu.

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Gratinierte Pilze
Eigentlich vier Portobello-Pilze, wir hatten aber stattdessen nur weiße Champignons, dafür aber acht. Die werden kurz geputzt, die Stiele rausgeschnitten und zerkleinert. Dann in einer Auflaufform, in die die Pilze nebeneinander passen, etwas gehackte frische Petersilie, ein bisschen frische rote Chili, Salz und Pfeffer, einen EL Zitronensaft und einen guten Schuss Olivenöl mischen. Die Pilze damit einreiben und mit der Öffnung nach oben in die Form setzen. Den Rest der Marinade auf die Pilze geben (also das, was nach dem Einreiben noch in der Form war). Etwas geriebene Zitronenschale und 2 geriebene Knoblauchzehen darauf verteilen. Cheddar – oder wie bei uns: Cheddar und Emmentaler – drüber, noch ein Spritzer Olivenöl und ab in den Ofen, direkt unter den Grill. Dauert ca. 8 Minuten?

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Und nun das Steaksandwich, das „Hauptgericht“:
Grillpfanne fünf Minuten ohne Öl vorheizen. Ciabatta im Ofen aufwärmen. Für vier Personen zwei Rumpsteaks von beiden Seiten mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und frisch gepflücktem Thymian einreiben. Jamie Oliver legt dazu das Fleisch auf Papier, würzt die eine Seite und gießt/streut dabei reichlich Öl und Gewürze daneben auf’s Papier. Anschließend wischt er mit dem Fleisch (also der Unterseite) die Gewürze auf. Dann das Fleisch bis zum gewünschten Grad in der heißen Pfanne anbraten. Währenddessen aus 5 eingelegten Paprikaschoten und reichlich gehackter Petersilie, Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer eine Salsa zusammenhacken. Also alles auf’s Brett und zerkleinern, am Schluss flach ausbreiten. Das fertige Fleisch dann direkt aus der Pfanne darauf legen und wenden, so dass die Aromen überall hinkommen. Etwas ruhen lassen, dabei tritt der Fleischsaft aus und vermischt sich mit der Salsa auf dem Brett.
Das Brot in zwei Hälften aufschneiden (wie ein großes Brötchen) und beide Seiten mit Olivenöl beträufeln. Die Unterseite mit Sahnemeerrettich bestreichen und mit Rucola belegen. Dann das Fleisch in Scheiben schneiden und darauf verteilen, die Salsa mit dem Messer zusammenschiebe und auf das Fleisch geben. Mit der oberen Brothälfte die Reste der leckeren Soße vom Brett wischen und auf das Sandwich legen.

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So, das war’s eigentlich schon. Es reizt mich, das mal alleine zu probieren, um zu sehen, wie lange ich dafür brauche. Zu viert war es jedenfalls kein Problem… Und so sah das dann auf dem Tisch bzw. Teller aus, unten die glutenfreie Variante mit Brötchen statt Ciabatta:

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Und zum Schluss noch der direkte Vergleich: unser Ergebnis und das Original bei Jamie Oliver, wie er es in der Sendung gekocht hat:

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Da brauchen wir uns nicht zu verstecken, denke ich! Nur ein Holzbrett brauchen wir noch, damit wir beim nächsten Mal auch das Sandwich so dekorativ mit einem Messer fixieren können… und über ein paar flache Servierteller denke ich nach, das ist zum Fotografieren besser…

Wir waren einstimmig der Meinung, dass dieses Menü in den Top10 unserer bisherigen Kochgruppen-Gerichte ist. Ich persönlich würde es sogar noch höher einstufen, mindestens Top5, wenn nicht sogar Top3.

Unser Urteil:

  • Der Rote-Beete-Salat war frisch-fruchtig-säuerlich, total überraschend irgendwie, sehr lecker.
  • Die Pilze sind grandios, keiner von uns hätte erwartet, dass die Zitronenschale so viel ausmacht. Bei uns kommen nie wieder einfach Pilze auf den Grill (da kann man das nämlich bestimmt auch machen), die werden jetzt immer so gepimpt.
  • Die Kartoffeln sind ebenfalls toll, nicht ganz so überraschend, weil Rosmarin-Meersalz-Kartoffeln ja nun nicht neu sind, aber schön knusprig und würzig. Geht genauso gut wie im Backofen und das Ergebnis finde ich persönlich noch überzeugender.
  • Das Sandwich war für mich persönlich von den vier Komponenten auf dem letzten Platz (aber das ist der vierte Platz eines Top5-Menüs, also ist das nicht wirklich schlecht! Das kann allerdings a) am glutenfreien Brötchen gelegen haben, das nicht soo lecker ist, aber ich hatte kein selbstgebackenes mehr. Oder es lag b) am Fleisch, das etwas zarter hätte sein dürfen. Beim nächsten Mal kaufen wir das doch wieder in der Metro und schneiden außerdem die Scheiben dünner. Und c) waren einfach die Beilagen sooooo unglaublich gut, da ist es keine Schande für das Sandwich…

So, und da das so gut funktioniert hat mit der TV-Inspiration, werden wir am Samstag die nächsten drei Folgen aufnehmen, das Risotto von letzter Woche ist ja auch noch gespeichert, und dann geht’s weiter mit dem Jamie-Oliver-Kochgruppen-Dinner.

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